
München, 26. Februar 2026 – Beim dritten, bewusst „invite-only“ angelegten MUNICH INNOVATION ECOSYSTEM Meetup am 26. Februar 2026 in der IHK für München und Oberbayern trafen Start-ups, Industrie, Wissenschaft, Investoren und öffentliche Hand aufeinander. Im Fokus: Zusammenarbeit über Silos hinweg – und die Frage, wie KI-Exzellenz schnell, verantwortungsvoll und dauerhaft in Wertschöpfung übersetzt werden kann.
Mehr als 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Gründerinnen und Gründer, Führungskräfte aus Corporates, Vertreter aus Politik und Verwaltung, Investorinnen und Investoren sowie Akteure aus der Wissenschaft – füllten das Atrium der IHK für München und Oberbayern über den gesamten Tag. Unter dem Leitgedanken „Innovating in the Age of AI: Shaping Positive Futures“ dominierte statt abstrakter Zukunftsrhetorik eine operative Frage: Wie wird aus technologischer Exzellenz strukturelle Wettbewerbsfähigkeit – und wie schnell?
Ein prüfender Blick auf die Namensschilder der Teilnehmenden bestätigte den Charakter des Events, den Frizzi Engler-Hamm, CEO des Munich Innovation Ecosystem, als „hochrangig, arbeitsorientiert, dabei spürbar optimistisch“ auf den Punkt brachte. Viele Gespräche drehten sich weniger um abstrakte Zukunftsbilder als um konkrete nächste Schritte: „Wer kooperiert mit wem, wie gelingt der Transfer von der Wissenschaft in die Wirtschaft und wie wird München – in Bayern und darüber hinaus – als Innnovationsstandort noch sichtbarer?“
Innovations-Experte eröffnete mit Perspektivwechsel – und einem ungewöhnlichen Workshop-Format
Als „dicht und verbindlich“ beschrieb etwa Tina Höfinghoff, Founding CEO des Munich Innovation Ecosystem und heute Senior Advisor, die Atmosphäre vor Ort. Das Programm bot eine Mischung aus Impulsvorträgen, Panels und parallelen Workshops. Besonders wichtig war dem Veranstalter, dass sich das Meetup als Treffpunkt für sehr unterschiedliche Perspektiven etabliert: Industrie, öffentliche Hand, Start-up-Szene, Wissenschaft – und Menschen, „die einfach Spaß haben, Innovation in München und rund um München voranzutreiben“, so Höfinghoff.
Den Auftakt setzte Innovationsexperte Dr. Frederik G. Pferdt, früher unter anderem für Google tätig, mit einem interaktiven Impuls, der das Publikum aus routinierten Denkmustern holen sollte. Statt klassischer Keynote wählte Pferdt ein Workshop-Format, das Humor, Teilnahme und bewusstes „Out-of-the-box“-Denken kombinierte. Die Session arbeitete mit kleinen Spiegeln als spielerischem Werkzeug: Teilnehmende hielten sie in die Luft und nutzten sie, um buchstäblich neue Blickwinkel einzunehmen.
Haben Momentum: Scale-ups und Defence
Ein zweiter Schwerpunkt lag auf der Frage, wo das Münchner Ökosystem gerade Dynamik entwickelt und welche Rahmenbedingungen dafür entscheidend sind. In einem prominent besetzten Panel diskutierten unter anderem Manfred Gößl (Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern) und Tobias Gotthardt (Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie) mit Moderator Prof. Matthias Notz (CEO der Start2Group) über Scale-up-Bedingungen und über das derzeitige Momentum im Drohnen- und Defence-Sektor.
In der Diskussion wurde etwa das Drohnen-Unternehmen Helsing aus der Nähe von München als Beispiel für die aktuelle Entwicklung in diesem Feld genannt. Zugleich blieb das Panel nicht bei Standort- und Förderlogik stehen, sondern ordnete die Debatte ausdrücklich geopolitisch ein. Einigkeit herrschte etwa in der Frage um die Notwendigkeit, Defence-Technologien zu fördern, um demokratische Systeme zu schützen.
Wissenschaft und Wirtschaft: Transfer als gemeinsames Projekt
In zwei parallelen Strängen wurden die Diskussionen zur Innovationslandschaft in und um München vertieft. Neben einem Deep Dive mit Frederik G. Pferdt fand ein Panel zur akademisch-industriellen Zusammenarbeit statt – mit Prof. Dr. Helmut Schönenberger (UnternehmerTUM/TUM und Gesellschafter der Munich Innovation Ecosystem GmbH) und Prof. Dr. Philipp Baaske (LMU) sowie Romy Schnelle vom High-Tech Gründerfonds (HTGF). Moderiert wurde die Session von Frizzi Engler-Hamm. Auf der Bühne wurde deutlich, dass Transfer und Gründungskultur zunehmend als Kernhebel für Wertschöpfung verstanden werden– und dass es dafür nicht nur Einzelförderung, sondern eine verlässliche, gemeinsame Architektur zwischen Forschung, Kapital und Skalierungskompetenz braucht.
Wenn KI physisch wird – und Rechtssysteme hinterherlaufen
Einer der unter den Teilnehmenden meistdiskutierten Impulse des Tages kam aus einer sehr greifbaren Perspektive: Emily Kate Genatowski berichtete über ihre Erfahrung, über ein Jahr hinweg mit einem Roboter im Alltag zu leben – zu Hause, in der Öffentlichkeit, als Teil normaler Routinen. Ihre These: Ein Roboter ist nie „nur“ ein Assistent oder „nur“ ein Gerät, sondern wechselt Rollen – und damit auch die Regeln, die gelten. Als Gepäckstück im Bus, als Helfer in einem Café, als Haftungsfall bei einem Sturz in der Bahn: Je nach Kontext greifen andere rechtliche und gesellschaftliche Kategorien für den Roboter. Genau darin liege eine Leerstelle: Unsere Systeme sind auf Dinge und Personen ausgerichtet – nicht auf Akteure, die „zwischen den Welten“ wandern. Der Beitrag brachte die Leitfrage des Meetups zur verantwortlichen Gestaltung von KI aus der Abstraktion in eine konkrete Debatte über Regulierung, Verantwortung und Alltagstauglichkeit.
Startup Pitching Award und Dinner Crawl: Austausch auch zur AI NATION
Am späten Nachmittag folgte ein Startup Pitching Award mit Teams aus dem Umfeld von AI NATION. AI NATION ist eine bundesweite Initiative zur Förderung von KI-Startups, die wissenschaftsnah gegründet werden. Gründerinnen und Gründer erhalten dort bis zu 54.000 Euro Funding, Mentoring und den Zugang zum High-Tech-Ökosystem. Für die Teilnehmenden des MUNICH INNOVATION ECOSYSTEM Meetups wurde KI als Schlüsseltechnologie der Startups PULSETRAIN, CyberDesk, ExoMatter, Optiwiser A.I. Solutions, ESG-X, PANTOhealth, SEAL Robotics und Tatkraft nahbar. Gewonnen hat das Team von ExoMatter um die Co-Gründer Barbara Bachus und Dr. Josua Vieten, die mithilfe von KI neue Materialien entwickeln.
Den Abschluss eines intensiven Veranstaltungstages bildete ein ausgebuchtes Dinner-Crawl-Format: Zwischen Vorspeise, Hauptgang und Dessert wechselten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer jeweils die Plätze. Das Ziel war bewusst nicht „Networking nebenbei“, sondern dynamischer Austausch über alle Gruppen hinweg, so Cynthia Britten ,hauptverantwortlich für die Organisation des Meetups. „Die Lautstärke im Raum war dabei Erfolgsindikator für uns, denn sie bedeutete viele neue Kontakte, viele Folgegespräche und den spürbaren Willen, die Themen nicht im Raum zu lassen, sondern in konkrete Kooperationen zu übersetzen“, so Britten, die sich gemeinsam mit ihren Kolleginnen und Kollegen sichtlich zufrieden zeigte. Pläne für die kommende Ausgabe des Meetups wurden ebenfalls schon innerhalb eines „Kreises der Willigen“ geschmiedet.
München: Ein Standort, der Zusammenarbeit als Wettbewerbsfaktor versteht
Das MUNICH INNOVATION ECOSYSTEM Meetup will ein regionales Innovationsnetzwerk sein, das sich nicht über Symbolik definiert, sondern über Arbeitsbeziehungen. Akteure, die bereit sind, sich einzubringen, sich gegenseitig zu unterstützen und gemeinsame Handlungsfelder zu definieren, sollen hier ihr Forum finden. Diesem Anspruch steht die Realität des Events in nichts nach.
Key Facts
● Event: MUNICH INNOVATION ECOSYSTEM Meetup 2026 (3. Edition)
● Datum: 26. Februar 2026
● Ort: IHK für München und Oberbayern, München
● Teilnehmende: über 300 (Start-ups, Corporates, Wissenschaft, Investoren, öffentliche Hand)
● Leitthema: „Innovating in the Age of AI: Shaping Positive Futures“
● Programmhöhepunkte: Eröffnungsimpuls und Deep Dive mit Dr. Frederik G. Pferdt; Panel zu Scale-ups und Defence (Manfred Gößl, Tobias Gotthardt; Moderation Prof. Matthias Notz); Workshop-Panel zu akademisch-industrieller Zusammenarbeit (Prof. Dr. Helmut Schönenberger, Prof. Dr. Philipp Baaske; Moderation Frizzi Engler-Hamm); Impuls von Emily Kate Genatowski zu Social Robotics; Startup Pitching Award; ausgebuchter Dinner Crawl